Die aktuelle Print-Ausgabe | 190./191. Folge | Oktober 2016:

Europa- und Eurokrise, Mittlere Technologie und Umweltrecht

Christoph Deutschmann: Eurokrise und internationale Finanzkrise – Die Finanzialisierung der Wirtschaft als politische Herausforderung für Europa
Elke Schenk: EU und Euro in der Krise – Perspektiven für ein anderes Europa?
Max Danzmann: Stabilisierung des Euro durch Vollgeld?
Eckhard Behrens: Staatliches Nebengeld – Damit Griechenland im Euroraum bleiben kann
Helmut Woll: Ernst Friedrich Schumacher – ein Prophet der Mittleren Technologie
Dieter Suhr †: Grundrechte gegen die Natur – Haftung für Naturgüter?

REZENSIONEN   
Felix Ekardt: Jahrhundertaufgabe Energiewende - Ein Handbuch. Berlin 2014. (Hans Günter Wagner)
Barbara Unmüßig & Lili Fuhr & Thomas Fatheuer: Kritik der Grünen Ökonomie. München 2015. (Carsten Müller)
Papst Franziskus: Laudato si‘ - Über die Sorge für das gemeinsame Haus. Rom 2015. (Christoph Körner)
Carsten Müller: Nachhaltige Ökonomie – Ziele, Herausforderungen und Lösungswege. Berlin/Boston 2015. (Johann Walter)
Sahra Wagenknecht: Reichtum ohne Gier - Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten. Frankfurt/M. und New York 2016. (Christoph Körner)
Peter Decker & Konrad Hecker & Joseph Patrick: Das Finanzkapital. München 2016. (Amélie Lanier)
Christoph Pflüger: „Das nächste Geld“ - Die zehn Fallgruben des  Geldsystems und wie wir sie überwinden. Soloturn 2015. (Hugo Godschalk)
Jean Ziegler: Ändere die Welt - Warum wir die kannibalische Weltordnung stürzen müssen. München 2015. (Frank Bohner)
Hans Magnus Enzensberger: Immer das Geld! - Ein Wirtschaftsroman. Frankfurt/M. 2015. (Helmut Woll)
Michael Breisky: Halbzeit im Kampf gegen den Mammon - Wie Menschliches Maß das Bild vom berechnenden Menschen überwindet und den Weg zu gelungenem Leben ebnet. St. Lorenz/Salzburg 2015. (Helmut Woll)

Die Zeitschrift für Sozialökonomie ...

... wurde 1964 von einem Kreis von Kritikern der neoklassischen Standardökonomie gegründet, die frühzeitig erkannten, dass das westdeutsche ‚Wirtschaftswunder’ nicht von Dauer sein würde. Im Gegensatz zum neoklassischen Axiom, wonach das Geld neutral sei, sahen sie gerade in der Nicht-Neutralität des Geldes die wesentliche Ursache für die ungerechte Verteilung der Einkommen und Vermögen sowie für die Vermachtung und Krisenanfälligkeit kapitalistischer Marktwirtschaften.
   Statt die Funktionsmängel des Geldes im Sinne eines keynesianischen deficit spending kompensieren zu wollen oder sie nach Art der monetaristischen Geldmengensteuerung weiterhin zu ignorieren, hat es sich die Zeitschrift für Sozialökonomie seitdem zur Aufgabe gemacht, den alternativökonomischen Gedanken einer Neutralisierung des Geldes wissenschaftlich zu begründen und damit zur Entwicklung von Grundlagen einer nicht nur freiheitlichen und effizienten, sondern auch gerechten und friedlichen Wirtschaft beizutragen. Zu diesen Grundlagen gehört auch die Überzeugung, dass der Boden und die übrigen natürlichen Ressourcen Gemeinschaftsgüter der Menschheit sind und dass bei aller Freiheitlichkeit und Effizienz der Nutzung allen Menschen ein Grundrecht auf eine gleiche Teilhabe an diesen natürlichen Lebensgrundlagen zugestanden werden muss.
   Die Zeitschrift für Sozialökonomie versteht sich als ein offenes Forum für die Suche nach den ordnungspolitischen Grundlagen einer „Marktwirtschaft ohne Kapitalismus“, in der die Konjunktur stabilisiert, Vollbeschäftigung erreicht, arbeitsloses Einkommen durch Überwindung der Kapitalknappheit und damit des Zinses beseitigt und der Wettbewerb von mono- und oligopolistischen Vermachtungen befreit wird. Nach dem Niedergang des kommunistischen Sowjetimperiums und dem vorläufigen Sieg des westlichen Kapitalismus im Wettkampf der Systeme wird es angesichts der unübersehbaren Schattenseiten der ‚neoliberalen’ Epoche einer ungeordneten Privatisierung und der ebenso unübersehbaren ökologischen Grenzen der Wirtschaftsentwicklung immer dringender, Alternativen zum ökonomischen Mainstream zu suchen und hierüber einen Dialog mit anderen wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen KritikerInnen des Mainstreams zu pflegen.

Herausgegeben wird die Zeitschrift für Sozialökonomie von der Stiftung für Reform der Geld- und Bodenordnung in Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft 1950 e.V.

Redakteur ist Dipl.-Ökonom Werner Onken. Zu den MitarbeiterInnen gehören Ass.jur. Fritz Andres, Dr. Edoard Beretta, Dipl.-Kfm. Thomas Betz, Helmut Creutz, Dr. Max Danzmann, Dr. Dieter Fauth, Prof. Dr. Arno Gahrmann, Prof. Dr. Roland Geitmann (†), Dr. Hugo Godschalk, Dipl.-Vw. Ass.jur. Jörg Gude, Dr. Eva-Maria Hubert, Dr. Christof Karner, Prof. Dr. Margrit Kennedy (†), Dr. Christoph Körner, Prof. Dr. Dirk Löhr, Dr. Elisabeth Meyer-Renschhausen, apl. Prof. Dr. Niko Paech, Prof. Dr. Gerhard Senft, Dipl.-Math. Alwine Schreiber-Martens, Dr. Hans-Günter Wagner, Prof. Dr. Johann Walter, Dipl.-Kfm. und Dipl.-Volksw. Ferdinand Wenzlaff u.a.

Unsere Grundsätze

Gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Erkenntnisgewinn wird bislang noch vielfach durch mächtige Gruppeninteressen und in zunehmendem Maße auch durch rechts- und linksextremistische Ideologien fehlgeleitet. Im Gegensatz dazu haben sich die MitarbeiterInnen der Zeitschrift für Sozialökonomie das Ziel gesetzt, ordnungspolitische Grundlagen für eine sozial- und umweltverträgliche Marktwirtschaft sowie für eine freiheitliche Demokratie zu erarbeiten. Sie bekennt sich zu den Grundsätzen:
-  der Respektierung der gleichen Würde und Rechte aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe und Religion,
-  der Freiheit und sozialen Gerechtigkeit im Rahmen der Verantwortung eines jeden Menschen für sich und die Allgemeinheit,
-  des Eigentums an selbst erarbeiteten Gütern,
-  einer freien, weder durch Monopole und Machtinteressen noch durch protektionistische Schranken verfälschten Marktwirtschaft,
-  der Achtung vor der natürlichen Mitwelt,
-  der Verständigung zwischen Menschen und Völkern in einer weltoffenen Zivilgesellschaft,
-  des Strebens nach innerem und äußerem Frieden.